WAS GEWERKSCHAFT UND KUNST MITEINANDER ZU TUN HABEN -

ZUM HINTERGRUND DES THEMAS

An der Entwicklung der politischen Arbeiterbewegung waren von Anfang an auch Menschen interessiert und beteiligt, die selbst nicht der Arbeiterschaft angehörten - Künstlerinnen und Künstler, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es ging – neben der Herstellung humanerer Strukturen und Bedingungen – auchum die Entwicklung einer „Arbeiterkultur“. Die Arbeiterbewegung verstand sich als eine kulturelle Bewegung, eine geistige und soziale Kraft mit dem Potential der Sinnstiftung und bewussten Lebensgestaltung für das Individuum und die Gemeinschaft.

„Arbeiterkultur dient der Sammlung, nicht der Zerstreuung. Sie zielt nicht auf Ablenkung, sondern auf Hinlenkung auf die sozialen und politischen Probleme.“
Walter Köpping, Thesen der Arbeiterkultur


Das Kulturverständnis der Arbeiterbewegung war ganzheitlich. Es ging um die Beziehungen der Menschen miteinander, die Gestaltung des soziokulturellen Zusammenlebens in all seinen Formen. Im Gegensatz zum Individualismus der bürgerlichen Kultur waren hier Solidarität und die Gestaltung einer besseren Welt die zentralen Anliegen.

Viel ist bis heute bewirkt und erreicht worden – und leider ist auch viel verschwunden und vergessen.

Es geht bei diesem Ansatz nicht darum, die traditionelle Arbeiterkultur wiederherzustellen – das wäre Kitsch.Es geht um Besinnungund das Bewusstsein der Bedeutung und Kraft des Sozialen, der Macht der Musik, der transformierendenKraft der Kunst, die zur Thematisierung aktueller Herausforderungen und gleichzeitig zur Stärkung des Sozialkapitals eingesetzt wird.

So verstanden, entspricht Kunst der Ernst Bloch’schen Philosophie: Aktiv die Welt zu verändern, um aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit zu kommen.


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